Eine umfassende Diagnostik ist eine Voraussetzung für eine individuelle Hormontherapie in der Prä-, Peri- und Postmenopause. Eine Hormonersatztherapie in der Menopause mit Östrogenen beziehungsweise Gestagenen muss dabei dem individuellen Bedarf einer Patientin angepasst werden.
Die Diagnostik der Menopause wird in folgenden Schritten durchgeführt.
Anamnese
Die Anamnese ist wegweisend zur Einleitung einer möglichen Hormonersatztherapie. Die Beschwerdesituation liefert in vielen Fällen die wesentlichen Vorgaben für den Beginn und die Art der Therapie.
Man unterscheidet
- Eigenanamnese: Ernährung, Genussmittelkonsum, Sport, Zyklusanamnese, hormonelle Verhütungsmethoden, Medikamenteneinnahme, Schwangerschaften, Erkrankungen, Operationen etc.
- Familienanamnese der Mutter: Menopausealter, Osteoporose, Herzinfarkt, Apoplex – Schlaganfall –, Morbus Alzheimer, Krebserkrankungen
- Aktuelle Beschwerden / Symptome: Ermittlung der Beschwerden mit Hilfe eines Beschwerde-Fragebogens
Klinische Untersuchung
Die Einleitung einer Hormonersatztherapie darf nur nach einer umfassenden klinischen Untersuchung inklusive einer gynäkologischen Untersuchung erfolgen.
- Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpergewicht, Körpergröße; Behaarung etc.
- Body-Mass-Index (BMI) (Körpergewicht / Körpergröße [m] 2)
- Waist-to-Hip-Ratio – Taille-Hüft-Verhältnis
- Körperzusammensetzung – elektrische Impedanzanalyse
- Gynäkologische Untersuchung: Untersuchung des äußeren Geschlechtsbereiches, zytologischer Abstrich vom Muttermund und Abtasten der inneren Geschlechtsorgane
Labordiagnostik
Allgemeine Labordiagnostik
- Blutbild
- Leberparameter – beispielsweise GOT, GPT, Y-GT
- Nüchtern-Glukose, HbA1c
- Nierenparameter – Kreatinin, Harnstoff, Urinstatus, Mikroalbuminurie-Test
- Hämoccult-Test – Test bzw. immunologischer Blutnachweis im Stuhl
- Messung des Atherosklerose-Risikos durch Bestimmung von LDL-, HDL-Cholesterin, Triglyzeride, Lipoprotein(a), Homocystein, Fibrinogen, CRP
Wesentlicher Bestandteil der Labordiagnostik ist die Hormondiagnostik. Diese ist der entscheidende Schritt in der Ausrichtung einer individuellen Hormonersatztherapie.
Hormondiagnostik
- 17-Beta-Östradiol
- FSH – Follikel-stimulierendes Hormon
- Östron
- Prolaktin
- Testosteron
- TSH
Menopause: Zeitpunkt der letzten Regelblutung
Postmenopause: Beginn 1 Jahr nach der letzten Regelblutung
Hormonkonstellation
- FSH deutlich erhöht
- LH erhöht
- FSH/LH > 1
- 17-Beta-Östradiol vermindert
| Phase/Alter | FSH-Normwert | |
| Frauen, Serum | Follikuläre Phase | 2-10 IU/ml |
| Mittzyklische Phase (periovulatorisch) |
8-20 IU/ml | |
| Luteale Phase | 2-8 IU/ml | |
| Menopause | 20-100 IU/ml | |
| Phase/Alter | LH-Norm | |
| Frauen, Serum | Follikuläre Phase | 2-6 U/l |
| Ovulatorischer Peak | 6-20 U/l | |
| Luteale Phase | 3-8 U/ l | |
| Menopause | > 30 U/l | |
| Phase/Alter | 17- Beta-Östadiol-Norm | |
| Frauen, Serum | Frühe follikuläre Phase | 20-190 pg/ml |
| Präovulatorischer Peak | 150-530 pg/ml | |
| Luteale Phase | 55-210 pg/ml | |
| Postmenopause | <30 pg/ml | |
Quelle: www.laborlexikon.de
Obligate Medizingerätediagnostik
Fakultative Medizingerätediagnostik
- Mamma-Sonographie – Ultraschalluntersuchung der Brüste
- Mammographie – Röntgenuntersuchung der Brüste
- Kardiovaskuläre Diagnostik – Belastungs-EKG, Computertomographie – Früherkennung von Koronargefäßverkalkungen, Doppler-Sonographie der hirnversorgenden Gefäße
- Knochenstoffwechsel – Osteodensitometrie (DEXA) – Knochendichtemessung
Weitere Informationen zur Menopause
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Ursachen
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