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Somatopause
Diagnostik
Die diagnostischen Schritte der Somatopause umfassen eine eingehende Anamnese - Krankengeschichte -, eine klinische Untersuchung, Labordiagnostik inklusive der Hormondiagnostik sowie eine fakultative Medizingerätediagnostik.

Die Diagnose und Therapie der Somatopause muss dabei stets unter Berücksichtigung der weiblichen Wechseljahre - Menopause -, der männlichen Wechseljahre - Andropause und der Adrenopause erfolgen, da die zeitgleichen pathophysiologischen Veränderungen in vielen Aspekten ihrer Symptomatik, subjektiven Beschwerdebilder und klinischen Manifestationen ähnlich dem mit der Adrenopause assoziierten klinischen Erscheinungsbild sind. Daher ist eine umfangreiche Labordiagnostik erforderlich.

   
Die Diagnostik der Somatopause wird in folgenden Schritten durchgeführt.



Anamnese

  • Familienanamnese
  • Eigenanamnese: Ernährung, Genussmittelkonsum, Sport, Krankheiten wie beispielsweise Herzerkrankungen - KHK, Krebserkrankungen, Medikationsanamnese einschließlich der Einnahme von Hormonpräparaten - Östrogene, Testosteron, DHEA -  und etwaiger früherer Substitutionstherapien, Operationen etc.
 

Klinische Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte

  • Allgemeine körperliche Untersuchung - inklusive Blutdruck, Puls, Körpergewicht, Körpergröße; Behaarung - Bart, Pubes, Stirnhaargrenze -, Talgproduktion der Haut etc.
  • Body-Mass-Index (BMI) (Körpergewicht / Körpergröße [m] 2)
  • Waist-to-Hip-Ratio - Taille-Hüft-Verhältnis 
  • Körperzusammensetzung - elektrische Impedanzanalyse

Die diagnostischen Schritte bei der Diagnose und Indikationsstellung zur STH-Behandlung umfassen:


Anti-Aging-Check

Labordiagnostik

Allgemeine Labordiagnostik


Hormondiagnostik

Die als Somatopause bezeichnete progrediente Verringerung der STH-Sekretion über die Lebensspanne Erwachsener mündet ab in etwa dem 50. Lebensjahr in einem Tiefpunkt und konsequent erniedrigten STH-Serumspiegeln. 
Der STH-Sekretionsstatus korreliert dabei im Allgemeinen gut mit der Serumkonzentration von IGF-1  = Somatomedin C, einem wachstumsfördernden Peptid-Hormon, das in der Leber, aber auch in anderen Organen unter dem Einfluss von STH gebildet wird. Nach STH-Ausschüttung ist erst 5 bis 6 Stunden später mit einem IGF-1-Anstieg zu rechnen. Über den Blutkreislauf gelangt IGF-1 zu den Zielorganen, es ist dabei an das Transportprotein „Insulin-like-growth-factor-binding-protein-3“ gebunden. IGF-1 entfaltet seine Wirkung über membranständige IGF-Rezeptoren, welche in fast allen Geweben und auf den meisten Zelltypen nachweisbar sind.

Da der STH-Sekretionsstatus nur schwer direkt zu ermitteln ist, wird er mit meist sehr guter Korrelation über die IGF-1-Konzentration im Serum ermittelt. Dementsprechend fällt die IGF-1-Konzentration im Serum mit zunehmendem Alter analog zum STH-Sekretionsstatus ab. STH kommt jedoch nicht ausschließlich durch IGFs zur Wirkung und auch IGFs haben STH-unabhängige Wirkungen. 
Bei Patienten, die auf Grund einer Anamnese Anlass zu dem Verdacht eines STH-Mangels geben, ist der erste Schritt bei der Diagnose die Suche nach Symptomen und Anzeichen für einen STH-Mangel. Bei Patienten, die auf Grund klinischer Merkmale auffällig werden, ist der erste diagnostische Schritt die Abklärung der Hypophysenfunktion - Hypophysenfunktionstest.
Bei der Frau schließt z. B. ein normaler, ovulatorischer Zyklus eine Hypophysenvorderlappen-Insuffizienz weitgehend aus.

 
Die Hormonbestimmung ist der entscheidende differentialdiagnostische Schritt in der Ausrichtung der individuell differenzierten, kausalen STH-Therapie und sollte als solche sowohl den STH-Sekretionsstatus - IGF-1 / IGFBP-3 - als auch den Status jener Hormone - Testosteron; 17-Beta-Östradiol, Insulin - ermitteln, die einen direkten Einfluss auf die Sekretion und Wirkung des STH nehmen können.

Da insbesondere die Sexualsteroide - Testosteron, DHEAS, 17-Beta-Östradiol - aber auch das TSH - schilddrüsenstimulierendes Hormon - und das Insulin in einem engen Verbund von Wechselwirkungen mit dem Wachstumshormon und seinen Mediatoren stehen, sollten diese agonistischen und antagonistischen Verhältnisse sowohl bei der Diagnose als auch bei der Therapie der Somatopause Berücksichtigung finden.
  

Hormondiagnostik

  • Hypophysenfunktionsteste
  • STH-Sekretionsstatus - STH; IGF-1; IGFBP-3
  • Schilddrüsenhormone - TSH; fT3, fT4
  • Sexualsteroide - Testosteron, 17-Beta-Östradiol  
  • DHEA-S
Die Indikation für eine STH-Substitutionstherapie sollte jedoch erst nach Abschluss der Überprüfung der hypophysären Wachstumshormonreserve durch einen Insulin-Hypoglykämie-Test oder einen kombinierten GHRH-Arginin-Stimulationstest erfolgen.  In vielen Fällen reicht jedoch die Bestimmung des IGFBP-3 - Insulin-like-growth-factor-binding-protein-3 - aus.IGFBP-3 zeigt keine pulsative Sekretion, keine zirkadiane Rhythmik und spiegelt die Sekretion von Wachstumshormon über mehrere Tage wieder.  Es ist daher der Bestimmung von Wachstumshormon und von Somatomedinen überlegen und macht Stimulationstests oft entbehrlich.


 

Referenzwerte STH - Wachstumshormon
Kinder 0,1 - 7,5 ng/ml (am Tag)
Erwachsene 0,1 - 3,5 ng/ml (am Tag)

Es besteht eine ausgeprägte Wach-Schlaf-Rhythmik!



IGF-1 ( = Somatomedin C)

2 Monate - 5 Jahre 20 - 250 ng/ml
6 Jahre - 9 Jahre 100 - 475 ng/ml
9 Jahre - 11 Jahre 110 - 600 ng/ml
Pubertät/11 - 16 Jahre 250 - 1100 ng/ml
Erwachsene 125 - 460 ng/ml
50 - 70 Jahre 90 - 310 ng/ml
älter als 70 Jahre 50 - 205 ng/ml

 

IGF-Bindungsprotein 3

02. - 23. Monat 0,7 - 2,5 µg/ml
02. - 04. Lebensjahr 0,9 - 3,8 µg/ml
06. - 10. Lebensjahr 1,3 - 4,7 µg/ml
Pubertät/12. - 16. Lebensjahr 1,8 - 6,1 µg/ml
20. - 25. Lebensjahr 1,5 - 5,5 µg/ml
35. - 50. Lebensjahr 1,5 - 3,6 µg/ml
55 Jahre und älter 1,3 - 2,6 µg/ml


 
Fakultative Medizingerätediagnostik

Achtung!
Bei pathologischen Hypophysenfunktionstesten beziehungsweise bei ausgeprägter progredienter Symptomatik - sollte eine Untersuchung der Hypophyse mit Hilfe der Computertomographie oder der Magnetresonanztomographie (MRT) zum Ausschluss eines Hypophysenadenoms oder -tumors erfolgen.


Weitere Informationen
zur Somatopause

Definition

Symptome - Beschwerden

Risikofaktoren

Ursachen

Therapie

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