Das Ziel der STH-Substitutionstherapie ist, ganz allgemein die IGF-1-Konzentrationen im Serum in den mittleren Normbereich – 50. Percentile (200-210 ng/ml) – eines gesunden 25- bis 30-Jährigen anzuheben.
Man unterscheidet eine STH-Substitution bei folgenden Indikationen
- Echter Wachstumshormonmangel, z. B. aufgrund von Erkrankungen oder Situationen wie Hypophysenoperation, schwerem Schädel-Hirn-Trauma oder therapeutischer Bestrahlung des Gehirns, Hypophysen-Vorderlappen-Unterfunktion
- Alters- beziehungsweise Lebensstil-abhängiger Wachstumshormonmangel
Im Unterschied zum echten Wachstumshormonmangel werden Kosten für die Therapie des altersabhängigen beziehungsweise Lebensstil-abhängigen Wachstumshormonmangels nicht von den Krankenkassen übernommen!
Wirkungen einer Wachstumshormon-Substitutionstherapie
Das Wachstumshormon verfügt über vielfältige Wirkungen- Insulinsynergistische Wirkungen
- Stimulation der Glykogensynthese in der Leber
- Stimulation des Aminosäuretransportes in die Zelle
- Stimulation der Proteinsynthese – Aufbau von Skelettmuskulatur - Antagonistisch zum Insulin
- Hemmung der Glukoseutilisation – vor allem in der Muskulatur – möglich ist eine Entstehung einer Glukoseintoleranz
- Stimulation der hepatischen Glukoneogenese
- Hemmung der Lipogenese
- Stimulation der Lipolyse (Fettspaltung) – Abbau von Fettgewebe - Verstärkte Insulin- und Glukagon-Sekretion
Glukagon bewirkt: Glykogenolyse, Proteolyse und Insulinsekretion! - Osteotrope Wirkungen – Anregung der Knochenbildung
- Günstige Effekte auf die Wundheilung
- Regeneration der Haut
- Steigerung der Funktion des Immunsystems
- Zunahme der Gedächtnisleistung
- Stabilere Psyche
- Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens
- Steigerung der Herzfunktion
Bei nachgewiesenem Wachstumshormonmangel sollten folgende therapeutische Möglichkeiten zuerst genutzt werden
Stimulation der endogenen nächtlichen STH-Freisetzung durch
- Dinner Cancelling und Fasten – die Hypoglykämie ist der stärkste Stimualtor der Wachstumshormonsekretion
- Sportliche Aktivität – leistungssteigerndes Fitnesstraining – progrediente Muskeltätigkeit – kann die Ausscheidung des Wachstumshormons zusätzlich verbessert werden
- Gewichtsreduktion
- Verbesserung der Schlafhygiene, Schlafqualität und -dauer
- Stressreduktion und -bewältigung
- Vitalstoff-Therapie – im Rahmen der Vitalstoffmedizin* werden Aminosäuren – Arginin und Lysin eingesetzt
- DHEA, Testosteron, Östrogene
- Vermeidung von Arzneimitteln mit STH hemmender Wirkung – Corticosteroide, Aminophyllin, Theophylline, Ergotamin-Alkaloide, Morphin, Apomorphin, Bromocryptin, Methylsergid, Cyproheptadin, Phenoxybenzamin, Phentolamin, Tolazolin, Reserpin, Chlorpromazin
Wachstumshormon-Substitutionstherapie – Verfahren
Bei Männern in der Somatopause, sollte vor einer eventuellen Wachtumshormontherapie zuerst der Ausgleich eines Testosteron-Hormonmangels – bei vorliegender Andropause-Symptomatik – vorgenommen werden, da Testosteron selber eine stimulierende Wirkung auf die Synthese und Sekretion von STH (Wachstumshormon) hat. STH – Wachstumshormon-SubstitutionstherapieDas Ziel der STH-Substitutionstherapie ist, ganz allgemein die IGF-1-Konzentrationen im Serum in den mittleren Normbereich – 50. Percentile (200-210 ng/ml) – eines gesunden 25- bis 30-Jährigen anzuheben.
Die Therapie geschieht heute mit zugelassenem gentechnisch hergestellten Wachstumshormon. Das Hormon ist identisch mit dem in der Hypophyse gebildeten Hormon und die Herstellung über Bakterien oder einzelne Zellen schützt vor jeglicher Infektion.
Achtung!
Über das Internet erhältliche Substanzen oder auch Sprays sind nicht zu empfehlen!
Eine Substitutionstherapie sollte zudem von einem endokrinologisch ausgebildeten Arzt eingeleitet und überwacht werden.
Die Injektionen werden heutzutage mit einem Füllfederhalter-ähnlichen Injektionsgerät (PEN) durchgeführt, wobei die Handhabung sehr einfach ist.
Die tägliche Injektion erfolgt subkutan – d. h. unter die Haut – in den Abendstunden in einer beginnenden Dosierung von ca. 0,1-0,2 mg / Tag.Je nach Befinden, Nebenwirkungen und Verlauf der IGF-1-Spiegel kann die Dosierung auf eine möglichst niedrige Erhaltungsdosis gesteigert werden.
Erste Verbesserungen des Symptomkomplexes eines anamnestisch aufgenommenen und klinisch bestimmten STH-Mangelsyndroms sollten bereits nach 6 Monaten Therapiedauer beobachtet werden können.
Eine Reihe der angestrebten Wirkungen einer erfolgreichen STH-Therapie lassen sich dabei schon nach wenigen Wochen feststellen.
Kontraindikationen für eine STH-Therapie
Zu den zurzeit bekannten Ausschlusskriterien beziehungsweise absoluten Kontraindikationen zählen:
- Manifeste maligne Tumorerkrankungen – z. B. Kolonkarzinom (Dickdarmkrebs), Prostatakarzinom (Prostatakrebs), Mammakarzinom (Brustkrebs)
- Hohes familiäres Tumorrisiko
- Dekompensierter Diabetes mellitus
- Schwere Organerkrankungen, metabolisches Syndrom
- Proliferative Retinopathie (Netzhauterkrankung)
- Intrakranieller Hochdruck
Entscheidung nach Nutzen-Risiko-Abwägung bei
- Diabetes mellitus
- Zustand nach Karzinom(Krebs)
- Zustand nach Adenom
- Stoffwechselstörungen
- Ödeme
- Akute thromboembolische Erkrankungen
- Zustand nach Thrombose oder Embolie
- Zustand nach Myocardinfarkt (Herzinfarkt)
- Chronische Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
Nebenwirkungen einer STH-Therapie
Nachfolgend die möglichen Nebenwirkungen einer Wachstumshormons-Substitutionstherapie
- Wasserretention (Wassereinlagerungen) – Ödeme, Arthralgien – Gelenkschmerzen, Gelenksteifheit, Muskelschmerzen – zu Beginn der Therapie
Ursache: Nebenwirkungen sind bedingt durch Ausgleich des extrazellulären Volumendefizits.
Häufigkeit: > 1 % und < 40 %; die Häufigkeit ist abhängig von Alter und Dosis - Karpaltunnelsyndrom
Häufigkeit: Selten – > 0,1 und < 1 % - Intrakranielle Hypertension – rezidivierende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen
Bei Verdacht: Funduskopie zum Ausschluss eines Papillenödems
Häufigkeit: Einzelfälle
Empfehlung: Sofortiges Absetzen der Therapie!! - Schilddrüsenfunktionsstörung – Entwicklung einer Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), bei Behandlung mit L-Thyroxin auch einer Hyperthyreose;
Ursache: Erhöhte Konversion von T4 in T3
Empfehlung: Kontrolle der Schilddrüsenfunktion vor Therapiebeginn - Insulinresistenz und in Einzelfällen Hyperglykämie bis zur Entwicklung eines Diabetes mellitus, Typ II;
Auftreten häufiger bei Prädisposition: Adipositas, genetische Disposition, Steroidbehandlung oder bestehender Glukoseintoleranz - Patienten mit Diabetes mellitus – hier ist gegebenenfalls ein Anpassung der Dosis des Antidiabetikums erforderlich.
- Bei m-Cresol-Unverträglichkeit – ein verwendetes Lösungs-Konservierungsmittel – ist auf ein Wachtumshormonpräparat ohne m-Cresol auszuweichen.
Typische Nebenwirkungen einer m-Cresol-Unverträglichkeit: Myositis mit Myalgien (Muskelschmerzen) wie auch starke Schmerzen an der Injektionsstelle.
Weitere mögliche Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der jeweiligen Gebrauchsanweisung.
Weitere Informationen zur Somatopause
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