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Oxidativer Stress

Oxidativer Stress

Oxidativer Stress ist ein wichtiger Faktor für Alterung – siehe dazu auch unter Alterstheorien – Freie Radiale – oxidativer Stress.

Definition

Freie Radikale sind reaktive Atome oder Moleküle mit mindestens einem ungepaarten Elektron im äußeren Orbital. Sie sind hochreaktive, sehr aggressive, chemische Sauerstoffmoleküle oder organische Verbindungen.


Wesentliche freie reaktive 02-Spezies (ROS) und N-Spezies (RNS) sind
  • Superoxidradikal (O2-.)
  • Hydroxylradikal (HO.)
  • Stickoxidradikal (NO.).

Als Zwischenprodukte des Stoffwechsels entstehen Freie Radikale ständig in jeder Zelle des menschlichen Körpers. Die Sauerstoffverbindungen mit ungepaarten Elektronen sind bestrebt, einem anderen Atom oder Molekül Elektronen zu entreißen. Sie reagieren mit diesen und bilden dabei neue Radikale, die wiederum anderen Substanzen ebenfalls Elektronen entreißen und es kommt in einer Kettenreaktion zur stetigen Vermehrung der Radikale im Körper. Infolge dieser Kettenreaktion entsteht der oxidative Stress wenn die zelluläre antioxidative Abwehr zu gering ist, um die reaktiven Sauerstoffradikalen zu kompensieren.

Symptome – Beschwerden

Der oxidative Stress zeigt keine eindeutigen Symptome!

Risikofaktoren sind somit der erste Hinweis auf einen möglichen oxidativen Stress.
Der Nachweis des oxidativen Stresses ist jedoch nur labordiagnostisch möglich.

Risikofaktoren

Folgende Risikofaktoren sind beim oxidativen Stress von Bedeutung

Biographische – unveränderbare – Risikofaktoren

  • Genetische Belastungen durch Eltern, Großeltern (genetische Individualität, das bedeutet genetisch bedingte unterschiedliche Ausstattung z. B. mit Radikale fangenden Enzymen)
  • Alter

Modifizierbare – durch das Verhalten veränderbare – Risikofaktoren

  • Vitalstoffarme Ernährung (wenig Getreideprodukte, weniger als 5 Portionen Gemüse und Obst (400-800 g/Tag), wenig Milch und Milchprodukte, weniger als ein bis zweimal Fisch pro Woche etc)
  • Mangel- und Fehlernährung – inklusive Über- und Unterernährung
  • Rauchen die Substanzen, die mit einem einzigen Zug aus einer Zigarette eingeatmet werden, bilden in der Lunge 1015 freie Radikale – hundertmal mehr, als wir selbst Körperzellen besitzen. Bei der Entgiftung des gleichzeitig eingeatmeten Teers entstehen zusätzlich noch einmal 1014 freie Radikale.
  • UV-Strahlen – beispielsweise Sonnenlicht, Solarium
  • Extreme körperliche Arbeit
  • Leistungs- und Hochleistungssport

Behandelbare Risikofaktoren – Erkrankungen, bei denen ein Zusammenhang mit oxidativem Stress bekannt ist

Labordiagnosen – Laborparameter, die als unabhängige Risikofaktoren gelten

  • Malonaldehyd (MDA), 4-Hydroxy-2-Nonenal (HNE) und 2-Propenal (Acrolein) – indirekte Indikatoren des oxidativen Stresses (als Endprodukte der Lipidperoxidation)

Medikamente

  • Hormonelle Kontrazeptiva – bei 40- bis 48-jährigen Frauen, die orale Kontrazeptiva anwandten, wurde eine signifikant verstärkte Peroxidation von Lipiden registriert [2]. Dieses kann ein Hinweis für ein erhöhtes kardio-vaskuläres Risiko sein.

Röntgenstrahlen

  • Bestrahlung bei Tumorerkrankungen
  • Ionisierende Strahlen

Chemotherapien

Operationen

Umweltbelastungen – Intoxikationen

  • Beruflicher Kontakt mit Karzinogenen
  • Leberschädigungen durch beispielsweise Tetrachlorwasserstoff-Vergiftung, Äthanol etc.

Ursachen

Oxidative Stress entsteht, wenn die zelluläre antioxidative Abwehr zu gering ist, um die reaktiven Sauerstoffradikalen zu kompensieren: Als Zwischenprodukte des Stoffwechsels entstehen Freie Radikale ständig in jeder Zelle des menschlichen Körpers. Die Sauerstoffverbindungen mit ungepaarten Elektronen sind bestrebt, einem anderen Atom oder Molekül Elektronen zu entreißen. Sie reagieren mit diesen und bilden dabei neue Radikale, die wiederum anderen Substanzen ebenfalls Elektronen entreißen und es kommt in einer Kettenreaktion zur stetigen Vermehrung der Radikale im Körper (= oxidativer Stress)

Physiologische Bildung von reaktiven Sauerstoff-Spezies (ROS)

  • Mitochondriale Atmung (eine Zelle benötigt 1012 Moleküle O2 pro Tag)
  • Bei der Aktivierung von Granulozyten und Makrophagen (Fresszellen)
  • Fenton-Reaktion – durch Eisenverbindungen katalysierte Oxidation organischer Substrate mit Wasserstoffperoxid in saurem Medium. Fenton-ähnliche Reaktionen können auch unter Beteiligung anderer niedervalenter Metallkomplexe wie Cu(II), Ti(III), Cr(II) oder Co(II) stattfinden. Die Fenton-Reaktion wird als eine der wesentlichen Quellen der reaktiven Sauerstoffspezies in der Zelle gesehen (= oxidativer Stress)
  • Durch Oxidasen wie beispielsweise Monoaminooxidase, Xanthinoxidase, L-Aminooxidase, Tyrosinhydrolase, Flavinoxidase etc.
  • Im Arachidonsäuremetabolismus

Zellen halten eine Homöostase (Fließgleichgewicht; Gleichstand) zwischen Bildung und Abbau von reaktiven Sauerstoff-Spezies (ROS). Erhöhte Konzentrationen von ROS führen zu strukturellen und funktionellen Veränderungen von Proteinen, Lipiden und Nukleinsäuren.

Ursachen des oxidativen Stresses

Biographische Ursachen

  • Genetische Belastungen durch Eltern, Großeltern (genetische Individualität, das bedeutet genetisch bedingte unterschiedliche Ausstattung z. B. mit Radikale fangenden Enzymen)
  • Alter

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Vitalstoffarme Ernährung (wenig Getreideprodukte, weniger als 5 Portionen Gemüse und Obst (400-800 g/Tag), wenig Milch und Milchprodukte, weniger als ein bis zweimal Fisch pro Woche etc)
  • Mangel- und Fehlernährung – inklusive Über- und Unterernährung
  • Rauchen die Substanzen, die mit einem einzigen Zug aus einer Zigarette eingeatmet werden, bilden in der Lunge 1015 freie Radikale – hundertmal mehr, als wir selbst Körperzellen besitzen. Bei der Entgiftung des gleichzeitig eingeatmeten Teers entstehen zusätzlich noch einmal 1014 freie Radikale.
  • UV-Strahlen – beispielsweise Sonnenlicht, Solarium
  • Extreme körperliche Arbeit
  • Leistungs- und Hochleistungssport

Krankheitsbedingte Ursachen

Labordiagnosen

  • Malonaldehyd (MDA), 4-Hydroxy-2-Nonenal (HNE) und 2-Propenal (Acrolein) – indirekte Indikatoren des oxidativen Stresses (als Endprodukte der Lipidperoxidation)

Medikamente

  • Hormonelle Kontrazeptiva – bei 40- bis 48-jährigen Frauen, die orale Kontrazeptiva anwandten, wurde eine signifikant verstärkte Peroxidation von Lipiden registriert [1]. Dieses kann ein Hinweis für ein erhöhtes kardio-vaskuläres Risiko sein.

Röntgenstrahlen

  • Bestrahlung bei Tumorerkrankungen
  • Ionisierende Strahlen

Chemotherapien

Operationen

Umweltbelastungen – Intoxikationen

  • Beruflicher Kontakt mit Karzinogenen
  • Leberschädigungen durch beispielsweise Tetrachlorwasserstoff-Vergiftung, Äthanol etc.aaa
Im Folgenden die wichtigsten Folgen, die durch oxidativen Stress mit bedingt sein können.

Folgeerkrankungen

Freie Radikale – oxidativer Stress – schädigen

  • Proteine [2, 3] – Oxidation von Proteinen
  • Fettsäuren; Lipide, aus denen die Zellmembranen und andere Organellen wie Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) sowie Lysosomen gebaut werden [1, 2, 3] – Lipidperoxidation
  • Kohlenhydrate [3]
  • Kollagen [3]
  • Elastin [3]
  • Mukopolysaccharide [3]

Die Freien Radikale reagieren des Weiteren auch mit dem Zellkern und der Erbinformation (DNS). Das Ergebnis dieser oxidativen DNA-Schädigungen sind beispielsweise Punktmutationen – das sind Veränderungen der Erbinformationen – und Enzymstörungen, die zu erheblichen Störungen der Zellfunktionen und damit der Stoffwechselprozesse führen. Auch im Alter nehmen ROS-bedingte Mutationen zu. Davon betroffen sind insbesondere die Mitochondrien.

Freie Radikale – oxidativer Stress – erhöhen das Risiko für zahlreiche Erkrankungen

Freie Radikale sind jedoch nicht nur schädliche Stoffwechselprodukte. Sie haben auch ihre guten Seiten: Sie dienen beispielsweise der Immunabwehr, denn Granulozyten (weiße Blutkörperchen) und Makrophagen (Fresszellen) machen sich die Wirkung der Freien Radikale zunutze, indem sie mit deren Hilfe Bakterien zerstören. Eine andere wichtige Eigenschaft spielen die Freien Radikale wahrscheinlich bei der Apoptose – dem programmierten Zelltod – dieser ist wichtig für die körpereigene Unterdrückung von Krebserkrankungen.


Weitere Informationen

Diagnostik

Therapie

 

Literatur
  1. Biesalski, H. K.; Köhrle, J.; Schümann, K.
    Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. 50 - 56, 265 - 267, 269 - 278, 312 - 348, 386 - 391, 651 - 662, 717 - 723
    Georg Thieme Verlag; Stuttgart/New York 2002
  2. Dietl, H.; Ohlenschläger, G.
    Handbuch der Orthomolekularen Medizin. 25 - 30, 79 - 87
    Karl F. Haug Fachbuchverlag; September 2004
  3. Schmidt, Dr. med. Edmund, Schmidt, Nathalie
    Leitfaden Mikronährstoffe. 13 - 88, 96 - 363, 370 - 382, 408 - 413, 442 - 448, 499 - 512, 640 - 659
    Urban & Fischer Verlag; München, Februar 2004
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