Die Depression ist eine Erkrankung, die die Gefühlsseite des Seelenlebens betrifft und sich individuell unterschiedlich äußern kann. Sie werden diagnostiziert nach den Kriterien der International Classification of Diseases (ICD 10).
Es gibt zahlreiche Klassifikationen beziehungsweise Einteilungen der Depression.
Sie werden unterteilt in
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Psychogene Depressionen - neurotische oder reaktive depressive Erkrankungen
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Endogene Depressionen - dispositionell, das heißt anlagebedingt
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Somatogene Depressionen - organisch, körperlich, oder durch andere Grunderkrankungen bedingt
Eine weitere Klassifikation basiert auf der angenommenen Ursache der Depression
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Primäre Depression - eine Depression, die keine offensichtlichen körperlichen oder psychologischen Ursachen hat.
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Sekundäre Depression - eine Depression, die durch ein Problem verursacht wird
Eine weitere Klassifikation, die ebenfalls auf der angenommenen Ursache basiert, unterteilt in
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Endogene Depression - entsteht, wie die primäre Depression, „von innen heraus"
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Reaktive Depression - diese wird auch exogene Depression genannt - entsteht auf Grund einschneidender Ereignisse wie Scheidung, Arbeitslosigkeit, Todesfall etc.
Nach Schweregrad werden Depressionen unterteilt in
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Leichte Depressionen - einige nicht allzu stark ausgeprägte Symptome, die gut zu behandeln und im Regelfall schnell zu bewältigen sind.
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Mittelschwere Depressionen - breites Spektrum an Symptomen, im Regelfall verbunden mit Problemen bei der Bewältigung des privaten Alltags beziehungsweise des Berufslebens.
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Schwere Depressionen sind eine ernsthafte Krankheit - die alltäglichen Lebenssituationen sind nicht zu bewältigen und werden häufig von Selbstmordgedanken begleitet.
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Schwere Depressionen müssen von einem Nervenarzt beziehungsweise Psychiater behandelt werden.
Ein Sonderfall der Depression ist die Winterdepression, auch saisonal abhängige Depression (SAD) genannt. Sie beginnt in der dunklen Jahreszeit und endet erst wieder in den Frühjahrsmonaten.
Die Depression ist zum einen eine Alterungserkrankung, das heißt, sie selbst trägt zum Altern bei, und tritt zum anderen gehäuft im Alter auf (= Alterserkrankung).
Von einer Altersdepression spricht man, wenn ein Mensch nach dem 60. Lebensjahr erstmals depressiv erkrankt. Die Geronto-Psychiatrie geht jedoch heute davon aus, dass es eine spezielle Altersdepression nicht gibt. Im Alter kommen alle Arten von depressiven Syndromen vor. Daher ist es besser von Depression im Alter zu sprechen.
Häufigkeit
Die Depression ist eine der häufigsten Erkrankungen des Gehirns. Allein in Deutschland erkranken circa 20 % aller Bürger einmal in ihrem Leben an einer Depression.
Während circa 25 % erwachsener Frauen an einer Depression erkranken, sind nur circa 10 % aller erwachsenen Männer betroffen.
Man geht davon aus, dass circa die Hälfte aller Depressionen nicht erkannt wird und somit unbehandelt bleibt.
Achtung!
Circa 10 - 15 % aller an Depressionen Erkrankter begehen Selbstmord.
Nachfolgend die Symptome der Depression - unterteil in psychische und somatische Beschwerden
Psychisch
- Antriebslosigkeit und Niedergeschlagene, Traurigkeit - hoffnungslose Stimmung, morgens häufig am schlimmsten
- Innere Unruhe und Leere
- Angst oder Reizbarkeit
- Fehlende Lebensfreude - nachlassendes Interesse und Rückzug aus dem sozialen Umfeld
- Konzentrationsschwäche
- Allgemeine Verlangsamung der mentalen Aktivität
- Unentschlossenheit und Schwierigkeiten, klar zu denken
- Desinteresse an Kleidung und Erscheinungsbild
- Vermindertes Selbstwertgefühl
- Schuldgefühle, Selbstanklagen
- Hypochondrie
- Libidoverlust bei Mann und Frau
- Ständige Beschäftigung mit pessimistischen Gedanken
- Gestörte Farbwahrnehmung - alles erscheint grau
- Gefühl der Hoffnungslosigkeit
- Gedanken an Selbstmord
Somatisch
- Schlafstörungen - frühes Aufwachen (= Durchschlafstörung) und Probleme beim Wiedereinschlafen
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust - bei manchen Patienten wird aber auch übermäßiges Essen beobachtet, dass schnell zur Adipositas führt
- Obstipation - Verstopfung
- Unerklärliche Schmerzen oder schmerzendes Unwohlsein an einer beliebigen Körperstelle
- Kopfschmerzen
- Körperliche Beschwerden
Die Symptome können sich über Wochen und Monate oder in Tagen oder Stunden entwickeln.
Im Alter sind gewisse Besonderheiten in Bezug auf das Beschwerdebild festzustellen.
Die Altersdepression ist durch die gleichen Symptome wie eine Depression bei jüngeren Menschen gekennzeichnet.
Im Unterschied zu jungen Menschen trauen sich ältere häufig jedoch nicht, ihre verschlechterte Stimmung zu zugeben oder gar als Krankheitssymptom zu bewerten. Ältere Menschen sind aber eher bereit über ihre Ängste zu sprechen. Außerdem klagen ältere Depressive mehr über körperliche Beschwerden.
Am häufigsten werden folgende körperliche Beschwerden genannt
- Schnelle Ermüdung
- Kraftlosigkeit
- Atemnot, Kurzatmigkeit
- Herzklopfen
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Schmerzen
Nachfolgend Risikofaktoren, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Depression einhergehen
Biographische - unveränderbare - Risikofaktoren
- Familiäre Disposition
- Geschlecht - während circa 25 % erwachsener Frauen an einer Depression erkranken, sind nur circa 10 % aller erwachsenen Männer betroffen - diese Unterschiede werden im mittleren und höheren Alter geringer; Suizidversuche sind bei Frauen häufiger als bei Männern; vollendete Suizide sind bei Männern, da sie gewaltsamere Methoden wählen, 2- bis 3-mal häufiger
Modifizierbare - durch das Verhalten veränderbare - Risikofaktoren
- Einsamkeit im Alter
Alte Menschen leiden zwar nicht häufiger an Depressionen als junge Menschen, allerdings sind die depressiven Phasen im Alter länger andauernd und werden häufiger falsch behandelt - Akute Belastungen und Lebenskrisen - Dauerstress
- Unter- und Fehlernährung
- Vitalstoff-Mangel*
*Zu den Vitalstoffen gehören unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, lebensnotwendige Aminosäuren, lebensnotwendige Fettsäuren etc.
Behandelbare Risikofaktoren - Krankheiten
- Adipositas - bei einem BMI > 30 (Body-Mass-Index/Körpermassen-Index) ist die Prävalenz von Angststörungen und Depression doppelt so hoch
- Hypothyreose - Schilddrüsenunterfunktion
- Hormonelle Imbalancen - prämenstruelles Syndrom (PMS), Geburt, Menopause, Andropause
Es sind zahlreiche Ursachen bekannt, die eine Depression auslösen können
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Seelische Belastungen - einschneidende seelische oder soziale Veränderungen
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Zu geringe Auslastung - Arbeitslosigkeit
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Geistige oder körperliche Untätigkeit - Ruhestand
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Krankheiten - Koronare Herzkrankheit (KHK), Myocardinfarkt - Herzinfarkt -, Apoplex - Schlaganfall -, Morbus Alzheimer, Hypothyreose - Schilddrüsenunterfunktion
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Lichtmangel in den Wintermonaten - Ursache der saisonal abhängigen Depression (Winterdepression)
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Familiäre Disposition
Depression und Altern
Folgende Faktoren beeinflussen eine Depression im Alter
- Alterungsprozess - der veränderte Hirnstoffwechsel begünstigt eine Depression
- Einsamkeit
- Depression als Begleiterkrankung beispielsweise bei Demenz, Morbus Alzheimer
- Dauermedikation - einige Medikamente können das Risiko einer Depression erhöhen
- Einschneidende, belastende Erlebnisse - schwere Erkrankungen, finanzielle Probleme, Todesfälle etc.
- Vitalstoff-Mangel - eine zu geringe Serumkonzentration an Vitamin B12 und Folsäure
Achtung!
Depressive Störungen werden bei älteren Menschen in der Mehrzahl der Fälle nicht erkannt, da im Regelfall körperliche Beschwerden im Vordergrund stehen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Patient selbst seine depressiven Beschwerden nicht anspricht. Depressive Störungen werden deshalb oft nicht oder unzureichend behandelt.
Depressionen können zu Herz-Kreislauferkrankungen führen - sie verdoppeln das Risiko für einen Myocardinfarkt.
Des Weiteren lässt sich bei Depressions-Patienten häufig ein erhöhter Insulin-Serumspiegel nachweisen.
Depressive Symptome sind ein Risikofaktor für
- Adipositas
- Hypertonus
- Diabetes mellitus
- Morbus Alzheimer [1]
Literatur
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Rapp MA, Schnaider-Beeri M, Grossman HT, Sano M, Perl DP, Purohit DP, Gorman JM, Haroutunian V. Increased hippocampal plaques and tangles in patients with Alzheimer disease with a lifetime history of major depression. Arch Gen Psychiatry. 2006 Feb;63(2):161-7.
Weitere Informationen
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